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Immobilien in Nürnberg, 2649 Ergebnisse

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Komplett zerstört und wie Phönix aus der Asche neu erstanden
Nürnberg hatte für das Heilige Römische Reich große Bedeutung, nicht nur als Stützpunkt, sondern auch als Hochgerichts- und Verwaltungsbezirk. Kaiser Friedrich II (1194-1250, Staufer, ab 1211/12 deutscher König und 1220 Kaiser des Heiligen Römischen Reichs) macht die Stadt 1219 zur Freien Reichsstadt, die Blütezeit der zur Handelsmetropole mutierten Ortschaft war zwischen 1470 bis 1530. Der Dreißigjährige Krieg (1618 bis 1648) schwächte die Stadt durch die Verwüstungen des Umlands aufgrund der jahrelangen Stellungskriege der Kriegsparteien wirtschaftlich dauerhaft. Als Nürnberg 1806 zum Königreich Bayern kam, war es hoch verschuldet, die Bayern übernahmen diese als Staatsschulden und sorgten damit für Konsolidierung und Tilgung. In der Folgezeit entwickelte sich Nürnberg zu einem Industriezentrum Bayerns, im Zweiten Weltkrieg (1939-1945) damit aber auch zum bevorzugten Ziel der Alliierten. Am Ende des Kriegs war Nürnberg so zerstört, dass es sogar Überlegung gab, die Stadt völlig aufzugeben.

Heute hat Nürnberg 9 statistische Stadtteile mit unterschiedlicher Prägung. Beim Wiederaufbau orientierten sich die Stadtplaner an den alten Strukturen, sodass trotz Nachkriegsbebauung das Stadtbild interessant und nicht wie in vielen anderen Städten langweilig und trist wirkt. Die verwinkelte Altstadt mit der schönen Pfalz ist ein Touristenzentrum geworden und, wie bei jeder größeren Stadt auch, als Wohnraum begehrt. Das zum Innenstadtbereich zählende Gostenhof war ursprünglich ein 1311 erst mal erwähntes Straßendorf, entwickelte sich aber im Laufe der Zeit zum gewerbereichen Vorort der Stadt dessen Eingemeindung 1825 erfolgte. Aufgrund der anwachsenden Bevölkerung entstanden immer mehr Häuser, während im Gegenzug die Zahl der Grünflächen abnahm. Die Bombardements des Zweiten Weltkriegs überstand der Ortsteil fast unbeschadet, da aber ziemlich verbaut, leben hier überwiegend sozialschwache und ausländische Familien. Der Ausländeranteil im Kerngebiet beträgt über vierzig Prozent, verteilt auf vierzig Nationalitäten. Ansonsten hat Gostenhofen seit den achtziger Jahren durchaus ein etwas alternativ angehauchtes Image, da sich hier nicht nur viele Kneipen befinden, sondern auch Künstlerwerkstätten und Initiativen.

Das Gebiet Pirckheimerstraße (Gärten hinter der Veste) bestand ursprünglich wie St. Johannis überwiegend aus Barockgärten. Die wunderschönen Mietshäuser mit den großen, schicken Wohnungen in eleganten Vorgärten baute die Stadt im Rahmen der Stadterweiterung zu Beginn des Zwanzigsten Jahrhunderts, der Wohnraum entsprach gehobenen Anforderungen. Reich dekoriert und fantasievoll verziert bilden sie mit ihrer Blockrandbebauung (zur Straßenseite geschlossene Bebauung mit halb offenen, meist begrünten Freiflächen in einem Innen- oder Hinterhof) ein auffallend elegantes Straßenbild, Wohnungen in diesem Stadtbezirk sind auch heute noch bei Besserverdienenden gesucht.

Die Rangierbahnhof-Siedlung im Südosten hat ihren Namen von der Mitte des Zwanzigsten Jahrhunderts entstandenen Eisenbahnersieldung und besteht aus der Parkwohnanlage Zollhaus sowie der Bauernfeindsiedlung. Die die überwiegend unter Denkmalschutz stehende Bauernfeindsiedlung hat einen ganz eigenen Charakter, sie wirkt etwas wie eine barocke Kleinstadt. Die schönen dreigeschossigen Bürgerhäuser prägen das Siedlungsbild, eine Besonderheit stellen die Zwerchhäuser mit den ein- oder mehrgeschossigen Dachaufbauten mit eigenem Giebel und Dach dabei dar. Nur durch ein Tor erreichbar, ist die Bauernfeindsiedlung ein in sich geschlossenes Ensemble mit besonderem Charme. Der Bauzeit entsprechend, ab 1907 bis 1928, sind die Gebäude teilweise verziert und mit runden Fenstern versehen. Einen ziemlich krassen Gegensatz zur hübschen Bauernfeindsieldung bildet die ab 1957/58 entstandene Parkwohnanlage Zollhaus mit den typischen Kastenbauten. Die 1.100 Wohnungen verteilen sich auf Reihenhäuser, Wohnblöcke mit Laubengang sowie einem Hochhaus. Entworfen von Gerhard Günther Dittrich steht sie als qualitätvolle Architektur der fünfziger Jahre seit 1999 ebenfalls unter Denkmalschutz.
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